1891 in Breslau als Jüdin geboren
1914 versteht sie sich als Atheistin
1916 Promotion mit summa cum laude
1922 Taufe, Kommunion, Firmung
1933 Eintritt in den Karmel
1942 Ermordung in Birkenau
1987 Seligsprechung
1998 Heiligsprechung
„Secretum meum mihi“ – lass mir mein Geheimnis antwortete die jüdische Konvertitin Edith Stein ihrer Taufpatin nach dem Grund Katholikin geworden zu sein. Sie entstammte einer traditionellen jüdischen Großfamilie.
Edith studierte Philosophie. Sie war immer auf dem Weg zur Wahrheit. Dass dieses Ziel nicht durch die Philosophie allein, sondern auch durch den katholischen Glauben für sie zu erreichen sei, erkannte sie nach der Lektüre der Biographie der Mystikerin Teresa von Avila aus dem 16. Jahrhundert.
Ihrem Wunsch nach sofortigem Eintritt in dem Karmelorden widersprachen ihre geistlichen Seelenführer zunächst erfolgreich, da sie als Katholikin in der Welt als Lehrerin, Dozentin und Philosophin besser für die Kirche wirken könne.
Als der Nationalsozialismus 1933 die Macht in Deutschland ergriff, verlor sie als gebürtige Jüdin ihre Dozentur. Sie trat in den Kölner Karmelkonvent ein und nahm den Ordensnamen „Teresia Benedicta a cruce“ an. Dem Vorwurf ihrer Familie, das Judentum durch ihren Übertritt verraten zu haben, entgegnete sie mit dem Wunsch, das Kreuz ihres (jüdischen) Volkes zu tragen, dessen Bedrohung sie durch die Nationalsozialisten voraussah. Nach der „Reichskristallnacht“ floh sie in den Echter Karmel nach Holland.
Zusammen mit ihrer Schwester Rosa, die nach dem Tod der Mutter ebenfalls zum katholischen Glauben konvertierte, wurde sie 1942 von den einmarschierten deutschen Besatzern festgenommen, nach Auschwitz transportiert und Anfang August vergast.
Papst Johannes Paul II beschrieb ihre Bedeutung sowohl für die Juden als auch die Christen bei ihrer Heiligsprechung am 11.10.1998: „treue Tochter der Kirche“ und „herausragende Tochter Israels“, Edith Stein als versöhnende Brückenbauerin zwischen zwei großen Religionen: jüdisches Opfer und christliche Märtyrerin.
Autor: André Zidanik
Quelle: vgl. Christian Feldmann: Edith Stein, Rowohlt, 2004